

Cannabis besteht nicht nur aus CBD und THC. Die Pflanze produziert eine viel grössere Molekülfamilie, die Cannabinoide heisst. Manche sind häufig, andere nur in Spuren vorhanden. CBD, THC, CBG, CBN, CBC, THCV und ihre sauren Formen beschreiben gemeinsam einen Teil der chemischen Identität einer Genetik.
Diese Namen zu verstehen hilft Kunden, Laboranalysen zu lesen und Blüten nicht auf einen Prozentsatz zu reduzieren.
DAS WICHTIGSTE
- CBD und THC sind die bekanntesten, aber nicht die einzigen Cannabinoide.
- CBGA, CBDA und THCA sind natürlich vorkommende saure Formen.
- CBG gilt oft als Vorläufer-Cannabinoid, weil CBGA an der Biosynthese anderer Cannabinoide beteiligt ist.
- Eine vollständige Analyse zeigt das Chargenprofil über den CBD-Gehalt hinaus.
Was ist ein Cannabinoid?
Cannabinoide sind Cannabisbestandteile. Die Pflanze bildet überwiegend saure Formen wie CBDA und THCA, die sich durch Zeit oder Wärme verändern können. So wird etwa CBDA bei der Decarboxylierung zu CBD.
CBD: das zentrale Cannabinoid des Hanfmarkts
Warum steht CBD so im Vordergrund?
Cannabidiol ist die wichtigste Handelsreferenz THC-armer Hanfprodukte geworden. Es wird nicht mit der typischen psychotropen THC-Wirkung verbunden und erscheint je nach erlaubter Kategorie in Blüten, Extrakten, Ölen, Kosmetika und Spezialprodukten.
CBD-Prozentsatz und CBD-Gehalt
Blüten-Prozentangaben müssen zur analysierten Charge gehören. Genetiken variieren zwischen Ernten; deshalb sagt das Analysezertifikat mehr aus als eine feste Zahl im Produktnamen.
THC: ein Cannabinoid, das den Rechtsrahmen wesentlich prägt
Tetrahydrocannabinol ist für psychotrope Wirkungen bekannt. In der Schweiz ist der Grenzwert von 1 % THC eine wichtige Grenze im Betäubungsmittelrecht. Deshalb achten CBD-Blütenanalysen besonders auf THC-Prozentsatz und THC-Gehalt der Charge.
CBG: ein Cannabinoid tritt aus dem Schatten
Von CBGA zu anderen Cannabinoiden
Cannabigerolsäure (CBGA) ist Ausgangsstoff mehrerer Biosynthesewege. Während der Reifung wird viel CBGA in andere Cannabinoide umgewandelt; deshalb ist CBG in klassischen Sorten oft weniger häufig.
Spezielle Genetiken werden jedoch auf höheren CBG-Gehalt selektiert. Ihre Aromen können sich stark von klassischen CBD-Blüten unterscheiden.
CBN: mit der Alterung von THC verbunden
Cannabinol entsteht insbesondere bei Oxidation und Abbau von THC. Sein Auftreten hängt von Pflanzenchemie, Zeit und Lagerung ab. Forschung und Marken interessieren sich dafür, besonders beim Thema Schlaf.
CBC: unauffällig, aber häufig in Analysen
Cannabichromen wird natürlich von Cannabis gebildet. Es ist meist weniger konzentriert als CBD oder THC, trägt aber zum Gesamtprofil bei.
THCV: dem Namen nach THC-nah, strukturell anders
Tetrahydrocannabivarin hat eine andere Seitenkette als THC. Das verändert sein pharmakologisches Verhalten und weckt Forschungsinteresse. Auf dem Hanfmarkt ist es deutlich seltener als CBD, CBG oder CBN.
Saure Formen: CBDA, THCA und CBGA
Warum zwei Werte für dasselbe Cannabinoid?
Zertifikate unterscheiden CBD/CBDA, THC/THCA und CBG/CBGA als verschiedene chemische Formen. Manche Labore berechnen zudem Gesamt-CBD oder Gesamt-THC aus sauren und neutralen Formen.
Zwei Cannabinoidprofile vergleichen
Über den höchsten Wert hinausblicken
Eine Blüte mit 24 % CBD ist nicht automatisch besser als eine mit 18 %. Anbau, Frische, Terpene, Trimmung, Grösse und Chargenstimmigkeit beeinflussen die wahrgenommene Qualität ebenfalls.
Cannabinoide und Aromaprofil verbinden
Cannabinoide beschreiben einen Teil der Zusammensetzung, Terpene vor allem das Aroma. Beide Angaben ergänzen sich, dürfen aber nicht verwechselt werden.
Häufige Fragen
Sind CBD und CBG wie THC psychoaktiv?
Sie erzeugen nicht die typische psychotrope THC-Wirkung. Ihre Pharmakologie wird dennoch aktiv erforscht.
Warum zeigt eine Analyse mehrere Cannabinoide?
Blüten sind komplexe Pflanzenprodukte. Ein Labor kann verschiedene Moleküle derselben Charge messen.
Ist CBN immer in CBD-Blüten vorhanden?
Nicht unbedingt. Vorkommen und Menge hängen von Genetik, Reife, Lagerung und Analyseempfindlichkeit ab.