Das Analysezertifikat, häufig COA genannt – kurz für Certificate of Analysis – gehört zu den hilfreichsten Dokumenten, um die Angaben zu einem CBD-Produkt zu überprüfen. Ein gutes COA verknüpft eine Probe mit einem Datum, einem Labor, einer Charge und gemessenen Ergebnissen.
Doch nicht alle Zertifikate decken dieselben Aspekte ab. Manche beschränken sich auf das Cannabinoidprofil; andere umfassen je nach Produkt auch Pestizide, Schwermetalle, Mikrobiologie oder Lösungsmittelrückstände. Entscheidend ist daher zu verstehen, was das Dokument tatsächlich belegt und was nicht.
DAS WICHTIGSTE
- Prüfen Sie zuerst Labor, Datum und Chargenkennzeichnung.
- Lesen Sie die Einheiten, bevor Sie Cannabinoidwerte vergleichen.
- Ein Cannabinoid-COA ist nicht zwangsläufig ein umfassender Schadstofftest.
- Das Zertifikat muss zum betreffenden Produkt gehören, nicht nur zu einer gleichnamigen Genetik.
Zuerst die Identität des Dokuments prüfen
Labor und Datum
Laborname und Analysedatum helfen, das Dokument einzuordnen. Eine sehr alte Analyse kann als Archivnachweis nützlich sein, beschreibt aber nicht unbedingt eine heute verkaufte Charge.
Chargennummer oder Probenreferenz
Suchen Sie eine Kennzeichnung, die das Zertifikat mit der Charge verbindet. Wenn Produktseite, Etikett und Dokument ohne Erklärung unterschiedliche Referenzen verwenden, lässt sich die Rückverfolgbarkeit schwerer prüfen.
Art der Probenmatrix
Ein Labor kann Blüten, Öl, Harz oder ein anderes Produkt analysieren. Methode und erwartete Einheiten sind nicht unbedingt dieselben. Die Prüfung der Probenart verhindert unpassende Vergleiche.
Die Cannabinoidtabelle lesen
CBD, CBDa, THC und weitere Moleküle
Der Bericht kann CBD, CBDa, Δ9-THC, THCa, CBG, CBN oder weitere Cannabinoide aufführen. Die Spalten enthalten häufig eine Konzentration, eine Nachweisgrenze oder den Vermerk «nicht nachgewiesen».
Auf die Einheiten achten
Massen-%, mg/g, mg/ml: Zwei gleiche Zahlen bedeuten nicht unbedingt dasselbe. Rechnen Sie vor einem Vergleich nur dann um, wenn Sie die Einheiten und die analysierte Matrix verstehen.
Gesamt-CBD / Gesamt-THC
Manche Berichte zeigen «Gesamtwerte», die aus sauren und neutralen Formen berechnet werden. Berechnen Sie diese nicht selbst neu, wenn das Labor seine Methode bereits angibt; lesen Sie stattdessen die Hinweise im Dokument.
Schadstoffe: prüfen, was tatsächlich getestet wurde
Pestizide, Schwermetalle, Mikrobiologie
Ein Cannabinoidzertifikat bedeutet nicht zwangsläufig, dass alle möglichen Schadstoffe analysiert wurden. Gibt es separate Seiten zu Pestiziden, Schwermetallen oder Mikrobiologie, müssen diese entsprechend gekennzeichnet sein.
Lösungsmittelrückstände
Diese Prüfung ist besonders bei bestimmten Extrakten relevant, bei deren Herstellung Lösungsmittel eingesetzt werden. Bei Blüten oder lösungsmittelfreien Verfahren kann der analytische Ansatz anders sein.
Ergebnis, Grenzwert und Konformität
Berichte verwenden häufig Bestimmungs- und Nachweisgrenzen. «ND» bedeutet nicht unbedingt absolut null, sondern in der Regel, dass die Substanz oberhalb der Nachweisgrenze des Verfahrens nicht nachgewiesen wurde.
Die häufigsten Lesefehler
Nur auf CBD achten
Ein COA dient auch dazu, THC und die allgemeine Stimmigkeit zu prüfen. Wer sich auf die werbewirksamste Zahl konzentriert, übersieht den eigentlichen Nutzen des Dokuments.
Das COA einer anderen Charge verwenden
Eine Analyse einer früheren Ernte kann eine Genetik veranschaulichen, ersetzt aber bei präzisen Wertangaben nicht die Analyse der verkauften Charge.
Analyse mit Qualitätszertifizierung verwechseln
Das Labor misst die beauftragten Parameter. Es beurteilt nicht unbedingt Frische, Trimmung oder Aromaprofil. Das COA ergänzt die Produktbewertung, ersetzt sie aber nicht.
Ein COA in 60 Sekunden lesen
Kurze Checkliste
Prüfen Sie: 1. Labor, 2. Datum, 3. Charge, 4. Matrix, 5. Einheiten, 6. CBD/THC, 7. mögliche Schadstofftests. Sind diese Angaben verständlich, haben Sie bereits eine solide Grundlage, um eine Produktseite damit abzugleichen.
Mehr erfahren
Lesen Sie auch den Leitfaden zur CBD-/THC-Analyse und unseren Artikel zur CBD-Rückverfolgbarkeit.
Ein COA als Steckbrief der Charge lesen
Zuerst Produkt und Dokument abgleichen
Prüfen Sie noch vor den Cannabinoidwerten, ob Probenname, Chargennummer und Datum zum betreffenden Produkt passen. Ein einwandfrei erstelltes Zertifikat, das zu einer anderen Ernte gehört, liefert nicht dieselbe Information über den Beutel in Ihrer Hand.
Erst danach die Analysewerte betrachten
Die Cannabinoidtabelle enthält in der Regel CBD, CBDA, THC, THCA und mitunter weniger häufige Cannabinoide. Andere Seiten desselben Berichts können Pestizide, Schwermetalle, Mikrobiologie oder Lösungsmittel abdecken. Nicht alle COA untersuchen dieselben Parameter. Die erste Frage lautet daher: «Was wurde tatsächlich getestet?»
Ein QR-Code hilft nur, wenn er zum richtigen Dokument führt
Immer mehr Marken verknüpfen das Etikett per QR-Code mit einem Zertifikat. Das ist praktisch, sofern das Dokument lesbar, datiert und der aktuellen Charge zugeordnet ist. Die Technik erleichtert den Zugriff, ersetzt aber keine stimmigen Angaben.
Häufige Fragen
Ist ein COA notwendig, um eine Blüte zu beurteilen?
Es liefert einen wichtigen analytischen Nachweis, insbesondere zur Zusammensetzung, ersetzt aber nicht die Beurteilung von Frische, Sortierung und tatsächlichem Produkt.
Was bedeutet ND auf einem Zertifikat?
In der Regel «nicht nachgewiesen» oberhalb der Nachweisgrenze des Verfahrens. Das bedeutet nicht unbedingt eine vollständige Abwesenheit.
Prüft ein Cannabinoidzertifikat auch Pestizide?
Nicht unbedingt. Prüfen Sie die Seiten und analysierten Parameter: Für Schadstoffe können separate Berichte vorliegen.
WEITERLESEN
Lesen Sie nach «CBD-Analysezertifikat (COA): Wie liest man es richtig?» weiter im CBD-Qualitätsleitfaden und vergleichen Sie anschliessend mit der CBD-Blütenkollektion.